Parkplatz am Bahnhof bewirtschaften: Automatisch, flexibel und rentabel – Case Study Küstrin-Kietz
Der Bahnhof Küstrin-Kietz besticht durch seine Lage in unmittelbarer Nähe zur polnischen Grenze. Hunderte Pendler nutzen ihn täglich als Ausgangspunkt für die Zugverbindung nach Berlin. Die Nachfrage nach Parkplätzen ist entsprechend hoch – und nimmt stetig zu. Lange Zeit fehlte jedoch die Infrastruktur, um diese hohe Nachfrage effizient zu steuern: keine Bewirtschaftung, keine Auslastungsdaten, keine Einnahmen. Seit Mai 2026 hat Parkraum Service das geändert – mit einem kameraüberwachten, datengestützten System mit automatisierten Abläufen, flexiblen Tarifen und zweisprachiger Bedienung.
Wie kostenlose Parkplätze für Betreiber zum Problem werden
Bevor PRS das Projekt übernahm, ergab sich vor Ort ein für Betreiber wie auch Nutzer und Anwohner unbefriedigendes Bild. Die Fläche, bestehend aus 300 Parkplätzen, verzeichnete über weite Strecken eine hohe Auslastung – auf den ersten Blick ein Erfolg. Doch diese hohe Auslastung führte zunehmend zu Suchfahrten, erhöhtem Verkehrsaufkommen und der Belegung anderer, umliegender Parkplätze, was in der Folge vielfach zu Beschwerden von Anwohnern führte. Eine Kontrolle der jeweiligen Parkdauer fand nicht statt, wodurch Fahrzeuge über lange Zeit einzelne Plätze blockierten. Der Betreiber erhielt keinerlei Rückmeldung darüber, wer tatsächlich parkte, wie lange und wann Auslastungsspitzen auftraten. Auch Vandalismus konnte im Zweifel weder verhindert noch nachverfolgt werden.
Hinzu kam: finanziell gestaltete sich die Situation ebenfalls schwierig – der Parkplatz generierte keinerlei Einnahmen, während für Instandhaltung, Reinigung und Sicherheit regelmäßig Kosten anfielen.
Küstrin-Kietz reihte sich damit ein in eine Kategorie von Bahnhöfen in Grenznähe, deren Herausforderungen viele Betreiber kennen: Sie stellen entscheidende infrastrukturelle Knotenpunkte dar und sind hoch frequentiert – die zugehörigen Parkflächen können der hohen Belastung allerdings aufgrund fehlender Organisation und Kontrolle nur bedingt standhalten. Gleichzeitig fehlen Einnahmen und Einblicke in das Parkverhalten der Nutzer.
Die Lösung: Automatisierte Parkraumbewirtschaftung mit Kennzeichenerkennung
PRS hat für Küstrin-Kietz ein System etabliert, das speziell für die Gegebenheiten vor Ort entwickelt wurde. Den funktionalen Kern bildet eine intelligente Kennzeichen-Erkennung (ANPR – Automatic Number Plate Recognition), die jedes Ein- und Ausfahren erfasst. Das System weiß exakt, wie lange jedes Fahrzeug parkt, berechnet die Gebühr automatisch und kommt ohne physische Kontrollen aus, wodurch potenziell erhebliche Personalkosten eingespart werden können. Die Kameras arbeiten durchgehend – auch nachts und an Wochenenden, womit im Gegensatz zur manuellen Kontrolle eine lückenlose Überwachung ermöglicht wird.
Parallel dazu hat Parkraum Service ein flexibles Tarifmodell eingeführt: Es werden Stundentickets, Tagestickets und Monatspässe für regelmäßige Pendler angeboten. Nicht jeder Nutzer braucht einen Ganztagesplatz – mit abgestuften Tarifen wird mehr Kapazität verkauft und die Auslastung optimiert.
Die digitale Integration rundet das System ab. Nutzer können über die mobilet-App zahlen – auf Deutsch und auf Polnisch – und ihre Parkzeit digital verlängern, ohne zum Fahrzeug zurückzukehren. Alternativ ist auch die Zahlung an einem klassischen Parkscheinautomaten möglich.
Der Betreiber erhält ein System, das sich weitgehend selbst verwaltet, Nutzerdaten liefert und kontinuierliche Optimierung ermöglicht.


Warum P+R-Plätze wirtschaftlich interessant sind
P+R (Park and Ride) ist nicht nur ein Mobilitäts-Konzept – es ist auch ein Geschäftsmodell. Wer Bahnhofsparkplätze intelligent bewirtschaftet, kann Einnahmen generieren, die es ermöglichen, die Flächen nachhaltig und wirtschaftlich zu betreiben.
Warum P+R-Plätze profitabel sind:
- Hohe, stabile Nachfrage: Pendler benötigen täglich einen Parkplatz – ein wiederkehrendes, berechenbares Geschäft. Vor allem Monatspässe generieren langfristig vorhersehbare Einnahmen
- Hohe Auslastung: Durch flexible Tarife können unterschiedliche Nutzergruppen bedient werden
- Niedrigerer Betriebsaufwand: ANPR macht manuelle Kontrolle überflüssig
- Echte Auslastungsdaten ermöglichen fundierte Entscheidungen – über Tarife, Öffnungszeiten und Erweiterungsbedarf
Grenzverkehr als strategisches Geschäft für Betreiber
Die Situation an Grenzbahnhöfen ist für Betreiber besonders interessant – aber auch besonders komplex. Küstrin-Kietz zeigt, worauf es ankommt:
Das Wachstum ist real. Die Auslastung auf der Strecke zwischen Küstrin und Berlin bewegt sich auf einem solch hohen Niveau, dass auf politischer Ebene eine Integration des polnischen Bahnhofs Kostrzyn nad Odrą in das deutsche Verkehrsnetz angestoßen worden ist. Das Ziel ist unter anderem, den Bahnhof Küstrin-Kietz und seine unmittelbare Umgebung auf deutscher Seite zu entlasten.
Das von Parkraum Service eingeführte System trägt ebenfalls dazu bei, die Ordnung auf den Parkflächen trotz hoher Auslastung durch lückenlose und präzise Kontrolle zu gewährleisten und infrastrukturelle Optimierungen auf Basis realer Auslastungsdaten zu ermöglichen. Die durch das System generierten Einnahmen stehen den Kosten für Instandhaltung gegenüber und bringen so eine finanzielle Balance in die operativen Abläufe. Zudem ergibt sich für den Betreiber ein größerer finanzieller Spielraum für mögliche Optimierungen oder Erweiterungen.
Hinsichtlich der geplanten Integration von Kostrzyn nad Odrą in das deutsche Verkehrsnetz wird auf polnischer Seite bereits eine Überbelastung der dortigen Parkflächen durch Pendlerverkehr befürchtet. Auch hier könnte ein wie in Küstrin-Kietz eingesetztes automatisiertes Kontrollsystem für geordnete Abläufe sorgen und konkrete, datengestützte Einblicke in Nutzung und Auslastung geben. Auch bauliche Erweiterungen – Kostrzyn nad Odrą plant bereits einen neuen 200er-Parkplatz – könnten datenbasiert entwickelt werden.
Best Practice für Kommunen: Wie ihr Bahnhofsparkplatz-Problem gelöst wird
Vier Prinzipien haben sich in Küstrin-Kietz bewährt:
- Automatisierung. Eine ANPR-Kamera ist eine einmalige Investition – und eine zuverlässige und nachhaltige Lösung im Parkraummanagement. Manuelle Kontrolle ist dauerhaft teuer, fehleranfällig und lückenhaft.
- Flexible Tarifgestaltung. Individuell unterschiedliche Anforderungen der Nutzer können optimal bedient werden. Aus realen Auslastungsdaten lassen sich Tarife ableiten, die sowohl Auslastung als auch Einnahmen maximieren.
- Mehrsprachigkeit als Voraussetzung. In Grenzregionen ist zweisprachige Bedienung kein Nice-to-have – sie ist die Grundvoraussetzung für Akzeptanz und Nutzung.
- Digitale Integration. Nutzer verwenden zunehmend Park-Apps wie mobilet. Das System muss dementsprechend – zusätzlich zur klassischen Bezahlung per Parkscheinautomat – die Bezahlung per App ermöglichen.
Haben Sie einen ähnlichen Parkplatz?
Sie sind Gemeindevertreter, Verkehrsbetrieb oder Parkplatzbetreiber und Ihre Fläche ist unbewirtschaftet, möglicherweise überbelegt, generiert keine Einnahmen und liefert keine Auslastungsdaten? Küstrin-Kietz stand vor denselben Herausforderungen – und konnte diese gemeinsam mit Parkraum Service lösen. Das in Küstrin eingeführte Modell ist übertragbar – auch für Ihren Standort.
Wir bieten technische Beratung zu ANPR-Systemen und Tarifoptimierung, Projektmanagement von der Planung bis zum Betrieb, laufende Betriebsoptimierung sowie grenzspezifische Lösungen mit Mehrsprachigkeit und App-Integration.
